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17.10.2018 - Lückenschluss der Brückenmontage der Rad- und Gehwegbrücke „Die Schlange“

In der Nacht vom 16. auf den 17. Oktober trafen die letzten beiden Brückenteile für die Fuß- und Radwegbrücke über die B 169 in Frankenberg/Sa. ein. Am 17. Oktober legt ein Großkran mit einer Tragkraft von über 200 Tonnen die letzten zwei Stahlteile auf die bereits im Vorfeld montierten Hilfsunterstützungen. Nachdem der Mobilkran die tonnenschwere Last sicher abgelegt hat, werden die insgesamt rund 42 Meter exakt positioniert und anschließend mit den anderen Teilen verbunden. Nachdem alle Segmente verschweißt und beschichtet wurden wird die Brücke zwischen dem Fußweg an der B 169 bis über den Mühlgraben um 50 cm angehoben. Dies ist notwendig um den Pylon und die Tragseile zu montieren. Anschließend wird das Traggerüst wieder abgesenkt und demontiert. Die Fertigstellung des Bauwerkes ist Ende dieses Jahres und die Inbetriebnahme der mit der Eröffnung der 8. Sächsischen Landesgartenschau am 20.04.2019 geplant.

Zuständig für Konstruktion, Fertigung sowie Lieferung und Montage der anspruchsvollen Stahlkonstruktion ist die Thüringer Einheit Hallen- und Stahlbau der Vollack Gruppe. Stephan Rau, Verantwortlicher der Firma Vollack, erklärt: „Bei der Montage von Stahlteilen solchen Ausmaßes sind eine ganze Menge Erfahrung und viel Fingerspitzengefühl gefragt. Auch dank der präzisen Vorarbeit werden wir die beiden Bauteile sicher in Position bringen.“

 

Architektonischer Glanzpunkt für Frankenberg

Das neue Bauwerk ist eine sogenannte Schrägseilbrücke, bei der die Geh- und Fahrbahn an einem 20 Meter hohen Pylon mit schräg gespannten Seilen aufgehängt ist. 262 Meter lang und 2,50 Meter breit wiegt die Brücke insgesamt 320 Tonnen.

„Die Rad- und Gehwegbrücke verbindet den neu entstehenden Landschaftspark an der Zschopauaue mit seinen Sport,- Spiel- und Freizeitmöglichkeiten und den neu entstandenen Zschopautal-Radweg mit der historischen Altstadt von Frankenberg/Sa. und bildet somit die zentrale Verbindung der beiden Teile der Stadt. Das Bauwerk ist in der architektonischen Gestaltung eine gut sichtbare, jedoch auch harmonisch verlaufende, Attraktivität und zeigt sich in seiner sehr modernen Form in angenehmem Kontrast zur bestehenden Bebauung“ sagt Ralf-Peter Regner, Beigeordneter der Stadt Frankenberg/Sa.

Der besonderen Linienführung verdankt die Brücke ihren Namen „Die Schlange“. Nach Angaben des Büros SAUERZAPFE ARCHITEKTEN erfolgt die Gründung als Pfahlgründung auf Bohrpfählen. Die Widerlager werden in Stahlbeton errichtet. Das Brückendeck besteht aus einem 40 cm hohen dreiteiligen Hohlkasten aus Stahlblech. Die Pfeiler sind als Pendelstützen ausgelegt und werden aus geschweißten Blechen erstellt. Der Pylon wird als Schweißhohlkasten entstehen. Die Brücke ist wartungsarm als integrale Brücke ohne Lager konzipiert. Die Brücke besteht aus einer gekrümmten Seilbrücke mit einem zentralen Pylon an der Hauptstützweite über die B 169 und den Zschopau-Seitenarm. Östlich und westlich sind Vorlandbrücken als Durchlaufträger angeordnet. Die Hauptstützweite beträgt ca. 80 Meter, die Vorlandbrücke besitzt im östlichen Teil 5 Felder und im Westen 3 Felder mit Einzelstützweiten von 17,50 bis 22,50 Metern. Im Bereich der Seilbrücke wird aus Schwingungsgründen Beton als Ballast in der kurveninneren Kammer des Hohlkastens eingebracht.

Der Pylon bildet an der B 169 ein weithin sichtbares städtebauliches Zeichen, das abends effektvoll beleuchtet wird. Die Beleuchtung der Gehbahn erfolgt integriert im Handlauf des Geländers. Diese blendfreie Ausleuchtung des Rad- und Gehbereiches erfolgt mittels einer durchgehenden energiesparenden LED Beleuchtung, die durch das Unternehmen enviaM unterstützt wird. Vom Scheitelpunkt der Brücke im Bereich des Pylons ergeben sich großartige Ausblicke auf die Zschopauaue und den Stadtkern. Das Steigungsverhältnis der Brücke mit einer maximalen Steigung von 5 Prozent ermöglicht eine Nutzung durch Radfahrer sowie eine barrierefreie Wegeführung von der Stadt in die Natur. Für eilige Fußgänger ist als „Shortcut“ zusätzlich eine Treppenanlage neben der B169 vorhanden.

Infobox: Daten zur Rad- und Gehwegbrücke „Die Schlange“

Brückenlänge:                                              262   m

Brückenfläche:                                             700   m²

Brückenbreite (zwischen den Geländern):  2,50 m

Geländerhöhe:                                             1,30   m

max. Höhe des Brückendecks:                    6,35 m (über Gelände)

max. Steigung:                                              5   %

Höhe des Pylons:                                          20 m

Hauptstützweite Seilbrücke:                       80 m

Größte Stützweite Vorlandbrücke:              25 m

Größtes Überbau-Bauteil (der 13 Teile):    22,5 x 4,5 (m); ca. 25 t

Radien der Gradiente:                                 29 bis 45 m

Bohrpfähle (gesamt):                                  350 m

Stahlmenge:                                                 320 t

Länge des Haupttragseils:                           2 x 38 m

Länge der Tragseile:                                     180 m

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