Ansprechpartner

Dr. Mykola Borovyk,
wiss. Projektmitarbeiter
Markt 15
09669 Frankenberg/Sa.

Tel.: + 49 37206 64 - 1116
E-Mail:
m.borovyk@frankenberg-sachsen.de

 

Sandra Saborowski, Bildungsmanagerin
Markt 15
09669 Frankenberg/Sa.

Tel.: + 49 37206 64 - 1112
E-Mail:
s.saborowski@frankenberg-sachsen.de

Gedenkstätte Sachsenburg

Das frühe Konzentrationslager Sachsenburg

In Sachsenburg wurde Anfang 1933 von den Nationalsozialisten in den Werksanlagen der vormaligen Spinnerei ein „Schutzhaftort“ errichtet, der bis 1937 als Konzentrationslager ausgebaut und betrieben wurde.

Sachsenburg hebt sich von den anderen authentischen Orten der Geschichte des Nationalsozialismus ab, da sich in der ehemaligen Zwirnerei und teilweise auch auf dem Schloss Sachsenburg das bedeutendste und am längsten betriebene frühe KZ in Sachsen befand, das man auch als einen Vorläufer der späteren Lager wie Buchenwald und Sachsenhausen bezeichnen kann. Im Juli 1934 von der SS übernommen, ist es das einzig verbliebene sächsische KZ bis in das Jahr 1937. Dort wurden nicht nur politisch Andersdenkende, Juden, Zeugen Jehovas, katholische und evangelische Geistliche, „Kriminelle“ und sogenannte „Asoziale“ in „Schutzhaft“ genommen, sondern auch Wachmannschaften militärisch ausgebildet sowie SS-Kommandanten ausgewählt und auf ihre „Karrieren“ vorbereitet. Während des gesamten Zeitraums von 1933 bis 1937 wurden ca. 10.000 Gefangene im KZ Sachsenburg inhaftiert. Das Gebäudeensemble wurde nach 1937 bis 1990 wieder als Produktionsstandort genutzt. Das Gelände ist daher weitgehend erhalten.

Unterlagen Wettbewerb - Rückfragenkatalog
Aktuelle Information für alle Wettbewerbsteilnehmer*Innen

Die Ortsbegehung und das Kolloquium finden am Dienstag, 01.09.2020 in Sachsenburg statt:

Beginn: 14:00Uhr
Treffpunkt: Platz an der Fischerschänke Sachsenburg
Adresse: An der Zschopau 1, 09669 Frankenberg/Sa., Ortsteil Sachsenburg
Dauer: ca. 2 bis 3 Stunden
Anreise mit ÖPNV: möglich mit Bus Nr. 675 ab Bahnhof Frankenberg (stündlich)

Die Teilnahme ist fakultativ. Die geltenden Corona-Schutzregeln des Freistaates Sachsen sind bitte zu beachten.

Die Beantwortung der Rückfragen erfolgt im Block bis zum 14.09.2020 auf dieser Plattform. 

 

Information for all competition participants:

The site inspection and the colloquium will take place on Tuesday, 01.09.2020 in Sachsenburg:

Start: 14:00h
Meeting place: Place at the Fischerschänke Sachsenburg
Address: An der Zschopau 1, 09669 Frankenberg/Sa., Sachsenburg
Duration: approx. 2 to 3 hours
Arrival by public transport: possible with bus no. 675 from Frankenberg railway station (hourly)

The participation is optional. Please observe the applicable Corona protection rules of the Free State of Saxony.

Questions will be answered in block on this platform until 14.09.2020.

 

Ausschreibungsunterlagen Ideenwettbewerb "Kommandantenvilla"

Die Stadt Frankenberg/Sa. lobt einen internationalen Ideenwettbewerb für Architekten und Künstler sowie interdisziplinäre Teams mit Erfahrungen in ganzheitlicher oder memorialer Ausstellungsgestaltung bzw. interdisziplinäre Gestalter- und Projektteams aus, mit dem Ziel, die baulichen Überreste der „Kommandantenvilla“ des ehemaligen Konzentrationslagers (KZ) Sachsenburg in quantitativer und qualitativer Hinsicht bestmöglich zu sichern und als Teil der Gedenkstätte umzugestalten. 

In Sachsenburg wurde im Jahr 1933 von den Nationalsozialisten (NS) in den Werksanlagen der vormaligen Spinnerei ein „Schutzhaftort“ errichtet, der bis 1937 als Konzentrationslager ausgebaut und betrieben wurde. Das frühe KZ Sachsenburg steht exemplarisch für den NS-Terror, zeigt es doch charakteristische Züge des kontinuierlichen Aufbaus eines Systems, welches später andernorts in großen Vernichtungslagern mit Grausamkeit und menschenverachtenden Methoden auf die Spitze getrieben wurde. Während des gesamten Zeitraums von 1933 bis 1937 wurden ca. 10.000 Gefangene im KZ Sachsenburg inhaftiert.

Das Gebäudeensemble wurde von 1937 bis 1990 wieder als Produktionsstandort genutzt. Es ist daher weitgehend erhalten.

Die vorhandene Gedenkstätte soll umfassend ausgebaut werden. Das inhaltliche Konzept wird dabei die Häftlinge, ihr Leiden und Sterben sowie ihre Erfahrungen des Überlebens im NS-Terror in den Mittelpunkt stellen. Es wird ein Erinnerungsort geschaffen, der eine hohe Authentizität aufweist und am originalen Platz das Leben der Opfer und der Täter erfahrbar macht.

Der Gebäudebestand des Areals ist nahezu erhalten. Zu dem Ensemble gehört unter anderem die alte Fabrikantenvilla, die von 1933-37 als „Kommandantenvilla“ das zentrale Element der NS-Macht und einen konkreten Täter-Ort darstellte. Sie ist noch vorhanden, jedoch in einem solch schlechten baulichen Zustand, dass nur ein Teilerhalt unter Beachtung von denkmalbehördlichen Auflagen als umsetzbar eingeschätzt wird. Erschwerend kommt die Lage im Hochwassergebiet hinzu.

Aufgabe des Wettbewerbes ist es, Ideen und Konzepte vorzulegen, mit deren Hilfe die baulichen Reste der Villa als bedeutender Teil der zu errichtenden Gedenkstätte dauerhaft erhalten bleiben.

Da der Erhalt der Bausubstanz nur in Teilen möglich sein wird, werden künstlerische und besondere architektonische/landschaftsarchitektonische Überformungen erwartet, die das historische Gebäude und das unmittelbare Außengelände wahrnehmbar machen. Es ist von einem teilweisen Erhalt des Hauses auszugehen. Eine komplette Sanierung wird aufgrund des schlechten, ruinösen Zustandes der Bausubstanz sowie der Statik des Gebäudes ausgeschlossen.

Für die Neugestaltung im Rahmen einer baurechtlichen Umsetzung sind alle Materialien und Techniken zugelassen, die an diesem Ort im Freien und ohne permanente Betreuung überdauern können. Eine Überdachung /Teilüberdachung ist konzeptabhängig möglich, wird jedoch nicht gefordert.

Die Angemessenheit der Lösungen in Bezug auf die Wiedererkennbarkeit des Gebäudes, dem Wirken im Gesamtgedenkstättenkontext und für eine dauerhafte Nutzbarkeit als Teil des Ausstellungsgeländes in einem weitläufigen Freiraum ist dabei für die Auslober von besonderer Wichtigkeit. Das Vorhaben muss im Rahmen des §63 Sächsische Bauordnung genehmigungsfähig sein. Dabei sind insbesondere die Anliegen des Denkmal- und Hochwasserschutzes zu beachten.

Wesentliche Anforderungen des Ideenwettbewerbs sind, neben dem Ausbau eines begehbaren Plateaus, der Erhalt von Blickachsen und Blickperspektiven zum Lagergelände sowie die Prüfung des Umgangs mit den historischen Überresten des Gebäudes, ggf. unter Etablierung einer Besucherführung. Ausstellungs- und Seminarräume werden in anderen  Gebäuden ausreichend Platz haben.

Es ist vorgesehen, eine oder mehrere Ideen zu prämieren und diese gemeinsam mit den Autoren in den nächsten Jahren umzusetzen.

Diese Maßnahme wird finanziert durch die Stiftung Sächsische Gedenkstätten aus Steuermitteln auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.
 

Hier können Sie sich die Wettbewerbsunterlagen herunterladen:

https://www.dropbox.com/sh/q4gfbepsx2x8vrj/AADhGuYTGfu05X0KYs82XDTOa?dl=0

Tender documents idea competition "Kommandantenvilla"

Sachsenburg Concentration Camp Memorial Site – Project design of the ‘Kommandantenvilla’ (Commandant’s Mansion)

The town of Frankenberg in Saxony extends an invitation to tender for an international ideas competition for architects and artists as well as interdisciplinary teams with experience in holistic or memorial exhibition design – or interdisciplinary designer and project teams – with the goal of preserving the architectural remains of the ‘Commandant’s Mansion’ of the former Sachsenburg concentration camp in a way that ensures the best-possible quantitative and qualitative outcome, remodelling it as part of the Sachsenburg Memorial Site.

The National Socialists (NS) converted the plant facilities of a former spinning mill in Sachsenburg into a 'preventive detention' establishment in 1933, developing it into a concentration camp that was in operation until 1937. The early Sachsenburg concentration camp is paradigmatic for NS terror, demonstrating as it does the characteristic traits of the continuous elaboration of a system that was later carried to the ultimate extreme of the atrocities and inhumanity of the systems on which the large extermination camps operated. About 10,000 prisoners were interned at Sachsenburg concentration camp over the entire period from 1933 to 1937.

The ensemble of buildings was again used as a manufacturing site from 1937 to 1990 and is largely intact for this reason.

The existing memorial site is to be extensively developed. The content of the concept should address, first and foremost, the prisoners, their suffering and deaths as well as their experiences in surviving NS terror. A highly authentic memorial site is to be created, making, at the original location, the lives of the victims and perpetrators palpably real for the visitors to the site.

Nearly all of the architecture at the site has survived. The old mansion of the factory owner is one of the several buildings making up the ensemble. From 1933 to 1937 it was a keystone of NS power and hence represents a concrete site for perpetrators of NS crimes as the ‘Commandant’s Mansion’. The mansion still exists, but it is in such a poor state that assessments claim it can only be partially preserved in keeping with the requirements for the protection of listed buildings. A further complication is its location on a flood plain.

The aim of the competition is the presentation of ideas and conceptions that underpin permanently saving the architectural remains of the mansion as an important part of the memorial to be built.

Because only sections of the architectural remains can be rescued, artistic and special architectonic/landscape architectonic reshaping are expected that highlight awareness of the historical building and the immediate grounds. The assumption is that the mansion can be partially preserved. A total overhaul of the mansion is out of the question because of the ruinous state of the building structure and materials as well as the statics of the building.

For a building-code compliant redesign, all materials and techniques are allowed that are lasting at this site under outdoor conditions and that do not need permanent maintenance. Proposals may include roof protection either partially or completely if the like fits in with the overall concept, but this is not a requirement.

The awarding authority is especially looking for fitting solutions that maintain the recognizability of the building while appropriately and effectively melding the redesign of the ‘Commandant’s Mansion’ with the overall memorial site context, ensuring that it can be used long-term as part of the exhibition grounds in a large open space. The proposal must be approvable within the framework of §63 of Saxony’s building code. In particular the demands of listed buildings and flood protection must be attended to.

Fundamental demands of the ideas competition are, besides the construction of an accessible plateau, the preservation of the viewing axes and views toward the concentration camp grounds as well as investigating options of how best to attend to the historical remains of the villa, potentially from the angle of guided tours for visitors. There will be sufficient space for exhibition and seminar rooms in other buildings.

The competition foresees awarding a prize to one or several ideas and implementing them together with the authors in the coming years.

This measure will be financed by the Stiftung Sächsische Gedenkstätten from tax revenues on the basis of the budget adopted by the members of the Saxon State Parliament.

You can download the complete tender documents here:

https://www.dropbox.com/sh/q4gfbepsx2x8vrj/AADhGuYTGfu05X0KYs82XDTOa?dl=0 

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