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06.11.2026 - Gegen das Vergessen

Bewegende Porträts, persönliche Schicksale und ein eindrucksvoller Austausch: Mit seiner Ausstellung „Gegen das Vergessen“ machte der deutsch-italienische Fotograf und Filmemacher Luigi Toscano am Martin-Luther-Gymnasium in Frankenberg auf die Lebensgeschichten von Holocaust-Überlebenden aufmerksam.

Vom 28. Oktober bis zum 4. November 2026 war die Ausstellung „Gegen das Vergessen“ auf dem Schulhof des Martin-Luther-Gymnasiums zu sehen. Mit überlebensgroßen Porträts von Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung gibt der Künstler den Menschen ein Gesicht und macht ihre persönlichen Geschichten sichtbar. Hinter jedem Bild steht ein bewegendes Schicksal – geprägt von unvorstellbarem Leid und Verlust, aber auch von Mut, Widerstand und Menschlichkeit.

Ein besonderer Höhepunkt der Ausstellung war der persönliche Besuch von Luigi Toscano am Dienstag, den 3. November 2026. Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 10 und 12 erhielten dabei die Gelegenheit, den Fotografen kennenzulernen, Fragen zu stellen und mit ihm über seine Arbeit und die Bedeutung seines Projektes ins Gespräch zu kommen.

In der Gesprächsrunde berichtete Toscano von der Entstehung seines internationalen Erinnerungsprojektes, seinen Begegnungen mit Holocaust-Überlebenden und den Erfahrungen, die er bei Ausstellungen auf der ganzen Welt gesammelt hat. Die Jugendlichen interessierten sich unter anderem dafür, wie er die Menschen für seine Porträts auswählt, welche Begegnungen ihn besonders geprägt haben und was ihn persönlich antreibt, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Besonders eindrücklich waren auch seine Schilderungen zu einzelnen Schicksalen und historischen Hintergründen der NS-Zeit. Dabei ging er beispielsweise auf die sogenannte „Euthanasie“ ein. Er fragte die Schülerinnen und Schüler, ob ihnen der Begriff bekannt sei, und erläuterte die systematische Ermordung von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen durch das NS-Regime. Auch vom sogenannten „Blutraub“ und weiteren menschenverachtenden Praktiken berichtete er. Anhand konkreter Beispiele vermittelte Toscano historische Zusammenhänge und machte deutlich, welches Leid hinter den Begriffen und Zahlen der Geschichte steht.

Eine Botschaft liegt Luigi Toscano bei seiner Arbeit besonders am Herzen: „Wenn wir die Vergangenheit vergessen, sind wir verdammt, sie zu wiederholen.“ Diese eindringlichen Worte stammen von einer Holocaust-Überlebenden. Toscano hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Satz weiterzutragen und ihn bei seinen Begegnungen mit Menschen immer wieder ins Bewusstsein zu rufen.

Mit seinem Projekt, für das er als UNESCO Artist for Peace ausgezeichnet wurde, setzt sich Toscano weltweit gegen das Vergessen sowie gegen jede Form von Abwertung, Diskriminierung und Ausgrenzung ein. Hinter jedem Porträt steht eine persönliche Geschichte. Zugleich werden damit auch die Schicksale vieler Menschen sichtbar gemacht, die selbst nicht mehr von ihren Erfahrungen berichten können.

Für die Schülerinnen und Schüler war die Begegnung eine besondere Gelegenheit, den Künstler persönlich kennenzulernen und mehr über die Menschen hinter den Porträts zu erfahren. Der Austausch ergänzte die Ausstellung auf eindrucksvolle Weise und zeigte, wie wichtig es ist, den Stimmen der Überlebenden zuzuhören, ihre Erinnerungen zu bewahren und auch kommenden Generationen zugänglich zu machen.

Die Ausstellung „Gegen das Vergessen“ war damit nicht nur eine Auseinandersetzung mit einem dunklen Kapitel deutscher Geschichte, sondern zugleich eine Mahnung für Offenheit, Toleranz und Demokratie. Sie machte deutlich, dass Erinnerungskultur auch bedeutet, Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft zu übernehmen.

Weitere Informationen zum Projekt und zur Arbeit von Luigi Toscano gibt es unter www.luigi-toscano.com.

 

Pressestelle
Stadt Frankenberg/Sa.

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