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10.09.2021 - Gedenkstätte KZ Sachsenburg - Stadtrat stimmte über Konzept ab

Seit vielen Jahren arbeitet die Verwaltung an der Errichtung der Gedenkstätte KZ Sachsenburg. Der Stadtrat hat sich seit 2005 mehr als 30 Mal mit der Thematik befasst und steht mit großer Mehrheit zu dem Projekt.

Nach Aufnahme der Gedenkstätte, durch den Sächsischen Landtag im Jahr 2016, in den Kreis der Institutionen, die gemäß Sächsischen Gedenkstättenstiftungsgesetz institutionell von der Stiftung im Auftrag des Freistaates Sachsen gefördert werden, hat die Stadt Frankenberg alle wesentlichen Gebäudeteile des Ensembles erworben. Mit Unterstützung von Frau Schüller, unter dem Schutzschirm der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, haben wir im Jahr 2018 den ersten Antrag auf Förderung gestellt. Dieser Antrag auf Bundesgedenkstättenförderung wurde leider abgelehnt. Die Kritik an dem Antrag, die vom Bund und Land geäußert wurden, haben wir sehr ernst genommen und entsprechende Schritte eingeleitet.

Mit Unterstützung des Freistaates Sachsen haben wir den Historiker Dr. Mykola Borovyk eingestellt, restauratorische Schritte und weitere Vorplanungsleistungen eingeleitet, als beratende Gremien einen wissenschaftlichen und einen gesellschaftlichen Beirat einberufen und im Gebäude neben der geplanten Gedenkstätte als Interimslösung ein Kommunikations- und Dokumentationszentrum aufgebaut. Heute haben wir ein Gedenkstättenkonzept mit einem Umfang von 40 Seiten und planen eine Ausstellung auf 400 qm im ehemaligen Zellengebäude.

Des Weiteren hat sich die Stadt mit der Zukunft der sogenannten „Kommandantenvilla“ des ehemaligen KZ Sachsenburg auseinandergesetzt. Die Kommandantenvilla ist in einem ruinösen und schlechten Zustand der Bausubstanz und Statik des Gebäudes. Eine komplette Sanierung ist daher nicht möglich. Dies belegen drei Gutachten, welche von der Stadt beauftragt wurden. Hinsichtlich der Umgestaltung der „Kommandantenvilla“ lobte die Stadt einen internationalen Ideenwettbewerb für Architekten und Künstler aus. Ziel des Wettbewerbes war es, die auf dem Gelände der Gedenkstätte liegende „Kommandantenvilla“ zu sichern und als Teil der zu errichtenden Gedenkstätte umzugestalten. Das vielseitig zusammengesetzte Preisgericht hat im Juni 2021 aus insgesamt 64 eingereichten Wettbewerbsbeiträgen, aus 10 Ländern, drei Siegerentwürfe prämiert sowie zwei Ankäufe vorgenommen. Im Anschluss an die Veröffentlichung der Ergebnisse gab es eine erneute öffentliche Debatte, Pressemeldungen der Initiativen, dass sich den Siegerentwürfen nicht angeschlossen werden kann. Der Zustand der Villa war allen Wettbewerbsteilnehmern bekannt, dies wurde in der Auslobung ausführlich dargelegt.

Gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, unter Beteiligung der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, sowie mit dem wissenschaftlichen und dem gesellschaftlichen Beirat wurde mehrmals zum Vorgehen beraten. Neben der Option des Verschiebens des Antrages auf Bundesgedenkstättenförderung wurde ein weiterer Entwurf aus dem Ideenwettbewerb mit dem Namen „Nie wieder!“ in die Diskussion aufgenommen.

Fristgemäß, per 01.09.2021, hat die Verwaltung den Antrag auf Projektförderung nach Gedenkstättenkonzeption des Bundes bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) eingereicht. Und zwar so, wie der Beratungsstand im Stadtrat war, mit dem Siegerentwurf des Ideenwettbewerbes „Annäherung in Zahlen“.

Am 08. September 2021 hat sich der Stadtrat, nach der Anhörung des wissenschaftlichen Beirates und des gesellschaftlichen Beirates, mit großer Mehrheit gegen den Siegerentwurf und für den Alternativentwurf „Nie wieder!“ entschieden. Die Verwaltung reicht den angepassten Antrag an BKM nach. Nun gilt es, die Reaktion des entscheidenden Gremiums der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien abzuwarten. Bei einer Bewilligung des Antrages erfolgt die Finanzierung der Gesamtkosten der Errichtung der Gedenkstätte zu jeweils 50 % seitens des Bundes und des Freistaates Sachsen.

 

Pressestelle
Stadt Frankenberg/Sa.

 

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