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02.11.2018 - Geschichte bewahren-Grubenlore aufgestellt

Was in Zukunft passieren wird ist eher wage vorauszusehen. Bei der Vergangenheit sieht das anders aus. Die Sachsenburger Vergangenheit prägte über Jahrhunderte der Bergbau bis in die 50-er Jahre hinein und macht sich bis zum heutigen Tag bemerkbar.

Vom Bergbau auf und am Treppenhauer im 13.und 14.Jahrhundert, weiter über das 16. bis 19.Jahrhundert von Eigenlehnern bis zu den Gewerken der „Reicher Segen Gottes“-Fundgrube sind noch etliche Sachzeugen Über- und Untertage sichtbar. Die letzte Periode nach dem Krieg war die geheimnisvollste, denn es ging um Uran-Förderung, als strategischem Sprengstoff der UdSSR im Atomprogramm. Das militärische Gleichgewicht zwischen der Nato und den Warschauer Vertragsstaaten, also uns, war das Ziel. 1947 gründete sich in Aue die Sowjetische Aktiengesellschaft (SAG) als Betrieb der Buntmetallindustrie, „Wismut“ genannt. Das war der Tarnname für den Abbau uranhaltiger Erze. Aus dem Unternehmen wurde ab 1953 die Sowjetisch-Deutsche-Aktiengesellschaft(SDAG)-Wismut mit Sitz in Karl-Marx-Stadt, die DDR kam mit ins Unternehmen, mußte aber die Tonne für etwa  30 DDR-Mark, das war spottbillig, verkaufen. Alte Grubenbaue wurden untersucht, neue Stollen angelegt. Auch bei uns waren Bergleute nach dem Krieg, in Biensdorf, Schönborn, Sachsenburg. 300 Bergleute waren etwa vor Ort. Hauptstützpunkt war die Konsumgaststätte Sachsenburg, wo auch ab 1977 unser Jugendklub bis zur Wende war, aber das ist eine andere Geschichte. Nach der Wende hieß die Gaststätte „Zum Treppenhauer“. Jugendliche interessierten sich schon damals für den Bergbau. Der erste Verein gründete sich, die Gruppe „RKW“ beim Kulturbund der DDR. Wissen aus dieser Zeit wurde von ihnen und Einwohnern weitergegeben. Als Sachzeuge des „Wismut“-Bergbaus soll hier die „Goldene Sonne“, ein 300m langer Stollen am Ortseingang von Sachsenburg, dienen. Hier führte eine Gleisanlage über eine hölzerne Brücke auf den späteren Schuttplatz, heute Parkplatz, der Steigerhauswiese. Die Bergemassen wurden mit Kipploren, wie sie bei Feld-und Trümmerbahnen üblich waren, ausgefördert.

Zur Erinnerung an diese Bergbauzeit erinnert jetzt eine Lore an dieser Stelle. Irgendwann soll es noch eine Einweihung geben. Diese Zeilen sollen dazu dienen, Geschichte zu bewahren und Leute aufzuklären, die sich wundern, was eine Lore am Ortseingang von Sachsenburg macht.

Wer mehr über den Bergbau im Zschopautal erfahren will, kommt mal in die Schloßmühle oder besucht unsere Bergwerke oder Stollen in Sachsenburg, Biensdorf und Schönborn.

Dank an dieser Stelle sei gesagt an den Ortschaftsrat Sachsenburg, den Bauhof Frankenberg, der SWAP-Sachsen GmbH für die Bereitstellung von Blech und der Firma Auto-Teile Müller für den Transport. Die Kippmulde war eigentlich Schrott und stand im Küchwald Chemnitz.

Gott segne alle Kluft und Gänge und gib Erz die schwere Menge.
Schaufel drauf
Glück Auf

 

im Namen der Vereinsmitglieder
Steffen Eichler
Vereinsvorsitzender
Bergbauverein“Reicher Segen Gottes“ zu Sachsenburg e.V.

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