Vereinsbroschüre
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Vereine

Das Frankenberger Vereinsleben ist reich an Angeboten und wird vom bürgerschaftlichem Engagement getragen.

09.01.2017 - Bergbaulichen Sachzeugen wiederentdeckt

Im vergangenen Jahr konnte, durch das Landratsamt finanziert, eine Beräumung bergbaulicher Sachzeugen im Bereich der Auffahrt zum Sachsenburger Schloß erfolgen. Zudem wurden Schachtanlagen im Tagesbereich von Hausrat und Müll beräumt. Wir hoffen und bitten dort keinen weiteren Müll abzulagern! Hierbei handelt es sich um bergbauliche Sachzeugen oder einfach nur Wald und keine Mülldeponie.

Leider mußten die Arbeiten abgebrochen werden, da 2 Panzergranaten gefunden wurden. Durch Abgleich mit alten Grubenrissen der Gemarkung Sachsenburg ist es uns im Oktober gelungen, einen Stolln unterhalb der Ortschaft wieder zu entdecken.

Der unter dem Namen ,,Kurprinz-Erbstolln“ bekannte Grubenbau ist zwischen 1782 bis 1786 aktenkundig, wurde auf einem Schwerspatgang aufgefahren und sollte das Treppenhauergebiet auf diesem Niveau erschließen. Leider wurden die Arbeiten abgebrochen, so daß er nur 70m(35 Lachter)lang ist. Keine abbauwürdigen Erze war der Grund. Der Kurfürst hat den Geldhahn abgedreht. Die ursprüngliche Länge war mit 46 Lachtern angegeben, das sind etwa 92 m. Allerdings wurden die ersten 22m durch einen betriebenen Steinbruch der zum Straßenbau zwischen Fischerschänke- Sachsenburg nach 1800 betrieben wurde, zerstört, so das der originale Stollneingang nicht mehr vorhanden ist.

Durch Genehmigung des Sächsischen Oberbergamtes,Absprachen mit der Naturschutzbehörde und dem Staatsbetrieb Sachsenforst als Grundeigentümer des Waldes konnten wir den Stollneingang so freilegen, daß eine Befahrung durch uns erfolgen konnte und die Anlage zur bergbaulichen Forschung und als Fledermausquartier nachgenutzt wird. Wer sich zutraut den ersten halben Meter reinzurutschen, kann sich dann im Stollen auf 2,5m Höhe und einem Meter Breite normal bewegen und sehen, was die „Alten“ vor 230 Jahren leisteten. Der Stollen, der in der Freizeit von Biensdorfer und Sachsenburger Bergbaufreunden aufgewältigt wurde, wird vom Bergbauverein „Reicher Segen Gottes“ Sachsenburg, ansässig in der Schloßmühle, betreut und ist abgesichert.

Wir kümmern uns um mehrere bergbauliche Hinterlassenschaften im Bereich Zschopau Richtung Wasserschänke und im Bereich Sachsenburg Richtung Schloß sowie um das Areal Schloßmühle. Weitere Arbeiten sind geplant, unter anderem soll noch dieses Jahr ein gerade sich im Bau befindlicher Grubenhunt an der Krumbacher Fähre am Pegmatit-Stolln auf das Gleis kommen und an die Arbeiten von Bergbaufreund Wolfgang Riedl erinnern, der damals die Arbeiten begann.Hier gilt nochmals unser Dank dem Staatsbetrieb Sachsenforst,die uns immer unterstützen, wenn es vor allem um eine Fahrgenehmigung für den Bruhmweg geht. Mögen unsere Arbeiten von Vandalismus verschont bleiben.

Gott segne alle Klüften und Gänge und gib Erz die schwere Menge.
Im Namen der Bergbaufreunde des Zschopautales

Steffen Eichler

Glück Auf

Auf dem Bild ist zu sehen: Bergbaufreund Frank Gläßer im Kurprinz-Erbstolln nach getaner Arbeit