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02.07.2020 - Medieninformation - Stadt Frankenberg lobt Ideenwettbewerb aus

Die Stadt Frankenberg/Sa. lobt ab 1. August 2020 einen internationalen Ideenwettbewerb für Architekten und Künstler sowie interdisziplinäre Teams mit Erfahrungen in ganzheitlicher oder memorialer Ausstellungsgestaltung aus. Ziel des Wettbewerbs ist es, die auf dem Gelände der Gedenkstätte liegende sogenannte „Kommandantenvilla“ des ehemaligen Konzentrationslagers (KZ) Sachsenburg zu sichern und als Teil der zu errichtenden Gedenkstätte umzugestalten.

Die „Kommandantenvilla“, die von Anfang 1933 bis zum 12. Juli 1937 ein zentrales Element der NS-Herrschaft vor Ort darstellte, ist in einem ruinösen Zustand. Eine komplette Sanierung ist aufgrund des schlechten Zustandes der Bausubstanz und Statik des Gebäudes nicht möglich. Es ist deshalb von einem teilweisen Erhalt des Hauses auszugehen.

Von den Einreichungen wird erwartet, Ideen für die verschiedenen Herangehensweisen zur Umgestaltung der „Kommandantenvilla“ unter Betrachtung der erhaltbaren Elemente zu entwickeln, um sie später mit dem Sieger des Wettbewerbes zu realisieren. Rechtsgutachten, Statik- und Baugutachten sowie denkmalbehördliche Auflagen ergänzen die Aufgabenstellung des Ideenwettbewerbes, um den Wettbewerbsteilnehmern einen umfassenden Überblick der Situation zu übermitteln.

Die Auslobung wird im gemeinsamen und fortwährenden Dialog mit dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft, dem Landesamt für Denkmalpflege, der unteren Denkmalbehörde des Landratsamtes Mittelsachsen sowie unter wissenschaftlicher Begleitung erstellt. Bis zur Auslobung ist weiterhin die Beteiligung der zivilgesellschaftlichen Akteure vorgesehen. Die Stadt Frankenberg wird bei diesem Vorhaben vom Büro FachGesellschaft für Umweltplanung und Stadtentwicklung mbH (fagus) aus Markkleeberg begleitet. Diese Maßnahme wird finanziert durch die Stiftung Sächsische Gedenkstätten aus Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.

Seit Januar arbeitet Dr. Mykola Borovyk, promovierter Historiker, als wissenschaftlicher Projektmitarbeiter für die Errichtung der Gedenkstätte Sachsenburg, gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus. Herr Borovyk hat in Abstimmung mit der Stadt die wissenschaftliche Projektleitung zur Koordination der Errichtung der Gedenkstätte sowie die Qualifizierung des Antrages auf Bundesgedenkstättenförderung inne. Des Weiteren arbeitet er an dem Aufbau des Kommunikations- und Dokumentationszentrums. Dieses wird in der ersten Etage der „Fischerschänke“ in Sachsenburg umgesetzt. Das Zentrum ist als Interimsstandort während des Aufbaus der Gedenkstätte vorgesehen und dient als Anlaufpunkt für Information, Dokumentation und Recherche sowie zur Kommunikation.

Die Gedenkstätte KZ Sachsenburg ist als ein Erinnerungsort konzipiert. Das inhaltliche Konzept wird dabei die Häftlinge, ihr Leiden und Sterben sowie die Erfahrungen des Überlebens unter dem NS-Terror in den Mittelpunkt stellen. Es wird ein Erinnerungsort geschaffen, der eine hohe Authentizität aufweist und am originalen Platz das Leben der Opfer und der Täter erfahrbar macht. Die Gedenkstätte soll zudem als ein Ort der politischen und historischen Bildung agieren, der darauf abzielt, demokratische politische Kultur zu fördern und die Sensibilisierung gegenüber gegenwärtigen und möglichen zukünftigen Menschenrechtsverletzungen zu schärfen.

Hintergrund: Das frühe Konzentrationslager Sachsenburg

In Sachsenburg wurde Anfang 1933 von den Nationalsozialisten in den Werksanlagen der vormaligen Spinnerei ein „Schutzhaftort“ errichtet, der bis 1937 als Konzentrationslager ausgebaut und betrieben wurde. Sachsenburg hebt sich von den anderen authentischen Orten der Geschichte des Nationalsozialismus ab, da sich in der ehemaligen Zwirnerei und teilweise auch auf dem Schloss Sachsenburg das bedeutendste und am längsten betriebene frühe KZ in Sachsen befand, das man auch als einen Vorläufer der späteren Lager wie Buchenwald und Sachsenhausen bezeichnen kann. Im Juli 1934 von der SS übernommen, ist es das einzig verbliebene sächsische KZ bis in das Jahr 1937. Dort wurden nicht nur politisch Andersdenkende, Juden, Zeugen Jehovas, katholische und evangelische Geistliche, „Kriminelle“ und sogenannte „Asoziale“ in „Schutzhaft“ genommen, sondern auch Wachmannschaften militärisch ausgebildet sowie SS-Kommandanten ausgewählt und auf ihre „Karrieren“ vorbereitet. Während des gesamten Zeitraums von 1933 bis 1937 wurden ca. 10.000 Gefangene im KZ Sachenburg inhaftiert. Das Gebäudeensemble wurde nach 1937 bis 1990 wieder als Produktionsstandort genutzt. Das Gelände ist daher weitgehend erhalten.

 

Pressestelle
Stadt Frankenberg/Sa.

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