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01.08.2020 - Auslobungunterlagen des Ideenwettbewerbs stehen online

MEDIENINFORMATION

Gedenkstätte Konzentrationslager Sachsenburg:

Auslobung Ideenwettbewerb – Wettbewerbsunterlagen stehen ab heute online

Die Stadt Frankenberg/Sa. lobt ab 1. August 2020 einen internationalen Ideenwettbewerb für Architekten und Künstler sowie interdisziplinäre Teams mit Erfahrungen in ganzheitlicher oder memorialer Ausstellungsgestaltung aus. Ziel des Wettbewerbs ist es, die auf dem Gelände der Gedenkstätte liegende sogenannte „Kommandantenvilla“ des ehemaligen Konzentrationslagers (KZ) Sachsenburg zu sichern und als Teil der zu errichtenden Gedenkstätte umzugestalten.

Der Gebäudebestand des Areals ist nahezu erhalten. Zu dem Ensemble gehört unter anderem die alte Fabrikantenvilla, die von 1933-37 als „Kommandantenvilla“ das zentrale Element der NS-Macht und einen konkreten Täter-Ort darstellte. Sie ist noch vorhanden, jedoch in einem derart schlechten baulichen Zustand, dass nur ein Teilerhalt unter Beachtung von denkmalbehördlichen Auflagen umsetzbar ist. Erschwerend kommt die Lage im Hochwassergebiet hinzu.

Aufgabe des Wettbewerbes ist es, Ideen und Konzepte vorzulegen, mit deren Hilfe die baulichen Reste der Villa als bedeutender Teil der zu errichtenden Gedenkstätte dauerhaft erhalten bleiben können.

Da der Erhalt der Bausubstanz nur in Teilen möglich sein wird, werden künstlerische und besondere architektonische / landschaftsarchitektonische Überformungen erwartet, die das historische Gebäude und das unmittelbare Außengelände wahrnehmbar machen.

Die Angemessenheit der Lösungen in Bezug auf die Wiedererkennbarkeit des Gebäudes, dem Wirken im Gesamtgedenkstättenkontext und für eine dauerhafte Nutzbarkeit als Teil des Ausstellungsgeländes in einem weitläufigen Freiraum ist dabei von besonderer Wichtigkeit. Dabei sind insbesondere die Anliegen des Denkmal- und Hochwasserschutzes zu beachten.


Wesentliche Anforderungen des Ideenwettbewerbs sind, neben dem Ausbau eines begehbaren Plateaus, der Erhalt von Blickachsen und Blickperspektiven zum Lagergelände sowie die Prüfung des Umgangs mit den historischen Überresten des Gebäudes.

Mit dem 01.08.2020 sind die Unterlagen online auf https://www.frankenberg-sachsen.de/Bildung-Kultur/gedenkstaettesachsenburg/ sowie auf weiteren, auch internationalen, Plattformen abrufbar.

Mithilfe den ausführlichen Auslobungsunterlagen und dem dazu gehörenden Anlagenverzeichnis, in welchem unter anderem Gutachten zum Zustand des Gebäudes vermittelt werden, wird die Wettbewerbsaufgabe umfassend erläutert. Einreichfrist ist der 30.10.2020. Am 01.09.2020 besteht für Interessierte am Wettbewerb die Teilnahme an einem Kolloquium. Nach einer Vorprüfung wird ein vielseitig zusammengesetztes Preisgericht Ende November über den Siegerentwurf entscheiden.

Diese Maßnahme wird finanziert durch die Stiftung Sächsische Gedenkstätten aus Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts. 
 

Hintergrund: Das frühe Konzentrationslager Sachsenburg
In Sachsenburg wurde Anfang 1933 von den Nationalsozialisten in den Werksanlagen der vormaligen Spinnerei ein „Schutzhaftort“ errichtet, der bis 1937 als Konzentrationslager ausgebaut und betrieben wurde. Sachsenburg hebt sich von den anderen authentischen Orten der Geschichte des Nationalsozialismus ab, da sich in der ehemaligen Zwirnerei und teilweise auch auf dem Schloss Sachsenburg das bedeutendste und am längsten betriebene frühe KZ in Sachsen befand, das man auch als einen Vorläufer der späteren Lager wie Buchenwald und Sachsenhausen bezeichnen kann. Im Juli 1934 von der SS übernommen, ist es das einzig verbliebene sächsische KZ bis in das Jahr 1937. Dort wurden nicht nur politisch Andersdenkende, Juden, Zeugen Jehovas, katholische und evangelische Geistliche, „Kriminelle“ und sogenannte „Asoziale“ in „Schutzhaft“ genommen, sondern auch Wachmannschaften militärisch ausgebildet sowie SS-Kommandanten ausgewählt und auf ihre „Karrieren“ vorbereitet. Während des gesamten Zeitraums von 1933 bis 1937 wurden ca. 10.000 Gefangene im KZ Sachsenburg inhaftiert. Das Gebäudeensemble wurde nach 1937 bis 1990 wieder als Produktionsstandort genutzt. Das Gelände ist daher weitgehend erhalten.

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